Gewalt - ach, es ist doch Kunst…
“Spiel XY wird nur geschnitten erscheinen”, diese Meldung gibt es oft. Und fast immer wird sich in Foren und Blogs lautstark darüber aufgeregt: Warum erscheinen die Spiele nur geschnitten, in anderen Ländern sei das doch alles kein Problem. Und ich frage mich jedes mal: Warum wird sich eigentlich jedes mal aufgeregt?
Dass es in anderen Ländern kein Problem ist, ist kein Argument. Jedes Land besitz eine eigene Kultur, andere Themen werden mehr tabuisiert als andere. So sind in etwa in Deutschland sexuelle Inhalte kein Problem, in den USA wiegen solche schon deutlich schwerer.
In den letzen Jahren geht der Trend zu immer explizitere Gewaltdarstellungen. Die immer weiter verbesserte Grafik tut ihr übriges. Aber brauchen wir unbedingt mehr Gewalt? In der “Killerspiele-Diskussion” betonen Spieler immer wieder (besonders in Bezug auf Counterstrike), die Gewalt sei nur Mittel zum Zweck. In Zeiten von Gears of War kann man dem nicht mehr glauben. Die Entwickler von Epic brüsten sich damit, das Spiel noch brutaler zu gestalten. Man kann es sich natürlich leicht machen und sagen, dass Spiele Kunst sind und sich Kunst schließlich alles erlauben darf. Man kann sich allerdings auch kritisch mit dem Thema auseinandersetzen. Wenn die Gewaltdarstellung das einzigste ist, das ein Spiel aus der Reihe der Mittelmäßigkeit heraushebt, brauch man sich nicht wundern, wenn dieses Spiel in Deutschland keine Einstufung bekommt oder gar indiziert wird. Wenn die Gewalt dann sogar zum Hauptaspekt wird, läuft definitiv etwas schief. Wie steht ihr zum aktuellen “Gewalt-Trend”? Schreibt eure Meinung in den Kommentaren.
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4 Kommentare zu diesem Artikel
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deLuxe
So ist es… top ausgedrückt. Schade das es selten Leute gibt die sich als Spieler differenziert mit dem Thema beschäftigen und nicht nur auf “ihr Recht” pochen.
Simon
Dem kann ich eigentlich auch nur zupflichten. Wichtig ist vor allem auch der Blick in die Zukunft. Wie sieht die Grafik in 2, 5 oder 10 Jahren aus? Irgendwann wird so etwas Ähnliches wie Fotorealismus tatsächlich erreicht sein - und ob es dann noch so toll ist, explizite Brutalität in quasi lebensechter Umgebung nachzuspielen, sei mal dahingestellt. Auch wenn man brutale
Silvio
Danke ;)
Schade ist, dass in einigen Foren etc. zwei Dinge an der Tagesordnung sind: 1. Entweder man ist für, oder gegen uns. Wer Spiele für ihren Gewaltgehalt kritisiert, ist gleich Spielegegener. 2. Desweiteren wird häufig sofort gesagt: “Spiele sind nicht an Amokläufen schuld, in keinster Weise”. Aber das zu behaupten, ist ebenso wie zu sagen, sie sind eben dran schuld. Man stellt in beiden Fällen eine Behauptung auf, die sich weder auf irgendwelche Studien noch sonstewas stützen. Studien die meinen, Spiele sind schädlich sind natürlich nur von wichtigtuenden Möchtegern erstellt, die die Spiele als harmlos oder gar förderlich ansehen, sind natürlich sofort seriös.
gamekobold
Hallo
habe zwar im Fallout 3 Artikel ein wenig gewettert, aber prinzipiell hat dieser Artikel hier schon Hand und Fuss. Irgendwo muss auch ein Ende mit der Gewaltdarstellung erreicht sein, da sehe ich auch so. Dennoch finde ich es nicht richtig das Spiele (wei bspw eben Fallout3) komplett entschärft werden in Deutschland. Keine Frage ich bin absolut für Jugendschutz, aber es ist schon schade, das einem gewisse Elemente als “ältere Generation” in solchen Spielen fehlen.
@Silvio:
was die Amok-Sache angeht. Da gebe ich dir Recht. Weder die eine Aussage noch die andere kann wirklich begründet werden. Dennoch glaube ich, dass nicht nur die Gewaltdarstellung in Spielen Schuld an Amokläufen ist. Wenn man die heutzutage herrschedne Berichterstattung oder gar nur das TV-Programm ansieht, dann ist das in der Regel doch deutlich schlimmer.
Mag sein, daß Spiele da noch das Sahnehäubchen sind, aber ich würde sie nicht als Sündenbock für Amokläufe darstellen.