Killerspiele: Was geschah in den letzen Tagen?
In den letzen Tagen flammte die Diskussion um gewalthaltige Videospiele wieder einmal auf. Joachim Herrmann, Innenminister von Bayern bezeichnete den derzeitigen Jugendschutz im Bezug auf Spiele als “völlig unzureichend”.
Desweiteren äußerte er, dass: “Eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen droht gegenüber Gewalt abzustumpfen und durch sinkende schulische Leistungen für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. [...] Das heißt konkret: ein klares Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele”. Dass gewalttätige Videospiele negative Auswirkungen haben, ist weder bewiesen noch auszuschließen. Studien mit einem positiven Fazit gegenüber Spielen werden von Politik nicht beachtet, welche mit einem negativen werden mit Nichtbeachtung seitens der Spielerschaft abfragtest.
Herrmann wurde für diese Äußerungen stark kritisiert: Nicht nur der Kulturrat, welcher gar von einem “bayerischen Running-Gag” sprach, wies die aktuellen Forderungen zurück. Quasi ein Meilenstein war es, dass sich erstmals Politiker öffentlich gegen ein Verbot äußerte.
Derweil startete das Printmagazin PCGames die Aktion “Ich wähle keine Spielerkiller”, welches auf ein breites Medienecho stieß.
Hermann bezog in einem Interview mit Zeit Online zu ein paar Fragen Stellung: So räumte er unter anderem ein dass er nicht selber spiele, aber sich fragliche Spiele bereits intensiv angeschaut habe. Mich macht allerdings die Äußerung: “Je grausamer der Mord, umso höher die Punktzahl” stutzig. Mir fällt kein Spiel ein, in dem eine besondere Grausamkeit belohnt wird. In vielen Spielen wird man hingegen für leises und unentdecktes Vorgehen belohnt. Auf den Hinweis, Medienwissenschaftler seien sich über die Wirkung von Videospielen nicht einig, beruft Herrmann sich auf Studien vom umstrittenen Christian Pfeifer. Desweiteren fügt er hinzu: “Aber wenn Spiele auch nur zu einem bestimmten Prozentsatz ein höheres Maß an Jugendgewalt auslösen, dann ist das Grund genug, sie zu verbieten. In anderen Bereichen haben wir auch klare Verbote, ich denke an Kinderpornografie.” Zwar stellt er durch das “wenn” Spiele nicht auf eine Stufe mit Kinderpornografie, sehr ungünstig formuliert ist es aber allemal. So unobjektiv und schlecht formuliert geht es weiter, etwa der Hinweis, dass es ja schließlich verboten sei die Verbrechen des Nationalsozialismus zu verherrlichen.
Die Empörung der Spielergemeinschaft war natürlich groß. Ich verliere aber so langsam die “Lust” an einer Diskussion. Alle Argumente wurden durchgekaut, von Politiker wie von Spielern. Eine wirkliche Bedeutung werden die Worte von Hermann wohl nicht haben, selbst Sensationsgierige Medien springen darauf nicht mehr an.